Donnerstag, 6. Februar 2014

SEO-Text: Google ist nicht der Kunde

Ein paar Tipps, wie man seine Webseite für Google optimiert. Inklusive des noch wichtigeren Tipps, vor lauter SEO niemals seine Zielgruppe aus den Augen zu verlieren.


Neulich bin ich auf einen Blog-Beitrag gestoßen, dessen Titel "107 Dinge, die Sie bei SEO beachten sollten" oder so ähnlich lautete. Wirklich sehr beeindruckend. Zumal Search Engine Optimization ein wichtiges Thema ist. Nur, was hat nun ein Endkunde, sagen wir mal: ein mittelständischer Unternehmer ohne eigene Marketingabteilung mit Redakteuren, Grafikern und Programmierern, von solch einer akribisch zusammengestellten, ellenlangen SEO-Liste …? Vermutlich in etwa so viel wie ich von einer Bauanleitung für ein Weltraum-Teleskop.

Aber immerhin weiß dieser Unternehmer spätestens jetzt, dass man bei der Suchmaschinenoptimierung auf allerhand Sachen achten sollte – oder könnte. Und dass er für die Realisierung seiner neuen Webseite sowieso eine Agentur oder ein gut eingespieltes Freelancer-Team nebst Projektleitung braucht, wenn diese später optimal bei Google performen soll. Aber damit ist oft ja schon viel gewonnen.


Google belohnt hochwertigen Content


Immer bedeutsamer wird dabei der sogenannte SEO-Text bzw. klassische redaktionelle Inhalt. Denn als contentverliebte Suchmaschine entwickelt sich Google mehr und mehr zum "Feinschmecker" mit immer empfindlicheren Geschmacksnerven. Soll heißen: Google mag qualitativ hochwertigen, individuellen und adäquaten Content und belohnt diesen durch eine höhere Platzierung der Webseite in den Suchergebnissen. Und genau darum geht es ja bei SEO.

Daher sollten Kunden dem beauftragten Redakteur oder PR-Freelancer beim Planen und Texten der Webseite auch "relativ" freie Hand lassen. Sofern dieser über eine umfangreiche Projekterfahrung, eine professionelle Schreibe und – nicht zuletzt – ausreichende Marketing- und PR-Kenntnisse verfügt, wird er schon wissen, was das Beste für den Auftraggeber ist. Damit aber kein Missverständnis aufkommt: Die Inhalte bestimmt natürlich letzten Endes der Kunde selbst – bei der "formalen" Aufbereitung derselben kommt es jedoch in allererster Linie auf das Know-how des Text-Profis an.


Sechs wichtige Kriterien für SEO-Texte


Ich will es nicht zu kompliziert machen  aber in den folgenden Punkten sollte der Kunde auf jeden Fall auf die SEO-Kenntnisse eines entsprechend geschulten Redakteurs vertrauen:
  • Auswahl der Inhalte: Idealerweise wird eine Beratungs-/Arbeitssitzung vorgeschaltet, um zentrale Unternehmensinhalte zu identifizieren, zu bewerten und auszuwählen – denn Webseiten müssen inhaltlich überschaubar bleiben!
  • Bestimmung der Keywords: Die für das Unternehmen wichtigsten und aus SEO-Sicht erfolgversprechendsten Keywords werden in enger Abstimmung mit dem Kunden festgelegt.
  • Planung der Seitenstruktur: Unter Maßgabe bewährter Webseiten-Standards entwickelt der Redakteur eine leicht zu erfassende und suchmaschinenoptimierte Seitennavigation.
  • Aufbereitung der Inhalte: Beim eigentlichen Texten werden wichtige Aspekte wie Keyword-Dichte (max. 2-3 Prozent), Textlänge (200 bis 300 Wörter pro Unterseite) und Überschriften/Zwischenüberschriften berücksichtigt.
  • Interne Links und Backlinks: Die Einzeltexte erhalten eine userfreundliche interne Linkstruktur und werden auch auf seriöse externe Quellen verlinkt – zudem werden durch Blogs, Social Media, Pressearbeit, Branchenbuchverzeichnisse etc. auch Backlinks auf die Webseite generiert. 
  • Pflege der Metadaten: Site Title und Site Description (also das, was Google später im Suchergebnis anzeigt) werden unter Verwendung der zwei, drei wichtigsten Keywords gestaltet.
Wenn die Webseite dann auch noch gut programmiert ist und ein Content Management System (CMS) für die selbstständige redaktionelle Pflege (Aktualisierungen, Angebote, News etc.) integriert ist, dann sollte es eigentlich klappen mit Google. 


Zuerst an die Zielgruppe denken!


Aber halt, fehlt da nicht noch was …? Ja. Schließlich ist Google nicht die primäre Zielgruppe, sondern "nur" ein ziemlich nützliches Marketing-Tool! Das wird oft übersehen. Insofern sollten sich alle Webseiten-Texte in Stil und Inhalt zuvorderst an die eigentlichen Kunden, Partner etc. des Betreibers richten (worauf Google heutzutage übrigens auch verstärkt achtet). Denn nur wenn Inhalte richtig adressiert sind und die Zielgruppe sich durch eine schwungvolle Schreibe auch wirklich davon angesprochen fühlt, wird die Webseite gelesen, weiterempfohlen, wieder besucht etc. 

Sprich: Nur zielgruppengerechter und suchmaschinenoptimierter Content erreicht letztlich möglichst viele Adressaten eines Unternehmens und sorgt für Aufmerksamkeit, Traffic und (darüber vermittelt für) Mehrumsatz. Umso wichtiger ist es also, bei der Umsetzung einer Webseite einen marketingerfahrenen "PR-Mann" mit SEO-Kenntnissen nebst sicherem Gespür für Leser-Erwartungen an Bord zu haben. Sonst säuft selbst die schönste Webpräsenz nur allzu rasch ab.

P.S. Mit Content Marketing sollte man sich in diesem Zusammenhang natürlich auch mal beschäftigen ... ;)



Der Autor: Andreas Quinkert ist PR-Freelancer mit den Schwerpunkten Public Relations, Content Marketing, Corporate Blog und Redaktion. Seit 2004 berät und unterstützt er kleine und mittelständische Unternehmen sowie Agenturen in NRW. Sein PR-Blog wurde Ende 2013 ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem wichtigen Seitenprojekt entwickelt.

Erfahren Sie mehr über Quinkert PR & Redaktion >>

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste

Kommentare:

  1. Toller Bericht. Gefällt mir wirklich sehr. Vor allem der Punkt was der Mensch mit 107 Punkten machen soll. Wir haben gerade einen Text, der ist noch länger .-)

    AntwortenLöschen
  2. Danke fürs Lob! Über den betreffenden Beitrag bin ich neulich übrigens noch mal gestolpert. Jetzt sind es schon mehr als 200 Dinge, auf die es bei SEO zu achten gilt. :)

    AntwortenLöschen
  3. Wie gut, dass Google endlich zum Feinschmecker mutierte! Das trennt hoffentlich die Spreu vom Weizen. Super Resümee! Es möge nützen ... Starrt man immer nur auf das Google-Monster wie das Kaninchen auf den Zauberer, verliert man leicht den Leser aus dem Auge. Und das kann auch mal ins Auge gehen ...Freu mich auf mehr!

    AntwortenLöschen

Ihr Kommentar wird zuvor redaktionell geprüft.