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Sonntag, 28. September 2014

Warum Kommunikation eine Strategie braucht

Ohne Konzepte und Strategien bleibt die Unternehmenskommunikation kopf-, ziel- und wirkungslos. Profis ist das klar. Doch gerade kleineren Unternehmen ohne größere Vorkenntnisse sind diese Zusammenhänge oft noch etwas nebulös, und das kann dann zu Problemen führen. Der Versuch einer skizzenhaften (und stark idealisierten) Darstellung.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Von Sprache, Texten und Lehmhütten

Wer wissen möchte, warum die Unternehmenskommunikation gut daran tut, an ihren neuralgischen Punkten auf professionelle Texte zu setzen, der möge sich fünf Minuten Zeit für diesen ... äh, kleinen Rant nehmen. Dann erfährt er auch, warum ausführliche Briefings unverzichtbar sind – und weshalb da eigentlich "Lehmhütten" in der Überschrift steht.


Die menschliche Sprache ist ein hochkomplexes System aus Zeichen, Bedeutungen und Regeln, und alleine das Erlernen der Umgangssprache im Rahmen der kindlichen Entwicklung dauert fünf bis sechs Jahre. Indes, damit ist die "Lehrzeit" noch lange nicht abgeschlossen. Denn bis auch die geschriebene Sprache halbwegs "sitzt", gehen noch einmal gut und gerne zehn weitere Jahre ins Land. Keine noch so extensive (berufliche) Ausbildung nimmt mehr Zeit in Anspruch als der allmähliche Erwerb der Fähigkeit, weitgehend einwandfrei – und idealerweise eindeutig und unmissverständlich – verbal und schriftlich miteinander kommunizieren zu können. 
Letztlich beruht eben darauf unser gesamter Erfolg als Gattung Mensch. Denn ohne diese Skills wären wir überhaupt nicht in der Lage, die Gesamtheit unserer sozialen, gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen und ökonomischen Beziehungen effizient zu organisieren. Oder genauer: wären es niemals gewesen. Ohne Schriftsprache würden Sie also erstens diesen Blogbeitrag nicht lesen können (unter anderem, weil er nicht hätte geschrieben werden können), und zweitens würden Sie jetzt im Moment bestenfalls in einem eher schlichten und ziemlich zugigen Flachbau aus Lehmziegeln und Holz hocken und sich angesichts dieses verregneten, viel zu kühlen Maiwetters mächtig den Arsch abfrieren.


Im Anfang war das Wort – und weiter …?


All das ist zugegebenermaßen nichts Neues. Zumindest für diejenigen nicht, die sich über solcherlei Zusammenhänge gelegentlich Gedanken machen (oder meinen Blogbeitrag über Rechtschreibung gelesen haben). Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass dies heute leider nur selten der Fall ist. Deswegen rufe ich dann immer wieder mal gerne die fundamentale Bedeutung der Sprache für ALLES in Erinnerung oder verweise kryptisch auf den allerersten Satz im Alten Testament. "Im Anfang war das Wort" steht da, und das war ja in der Tat schon mal ein ganz guter Anfang. 

Allerdings auch nicht mehr als das. So ist insbesondere in der Unternehmenskommunikation weit mehr als das bloße Rüstzeug gefragt. Und zwar immer schon. Dies wird heute leider komplett unterschätzt. Vermutlich weil die interaktiven Möglichkeiten des Web 2.0 die Leute dazu verleiten, ihre eigenen "schreiberischen" Fähigkeiten völlig zu überschätzen und plötzlich jeder jeden für einen Autor hält.

Aber wie dem auch sei  dass es für den aus meiner Sicht himmelweiten Unterschied zwischen professioneller Schreibe und amateurhaftem Rumgeschreibsel (pardon!) zunehmend an Bewusstsein mangelt, springt mir stets dann ins Auge, wenn mich ein Auftraggeber darum bittet, "mal eben schnell was zu texten". Etwa eine Webseite, Broschüre oder Pressemitteilung – vorzugsweise auf Basis einer halben Word-Seite mehr oder minder klarer Informationen und ohne zusätzliches Briefing. Schließlich ist Zeit ja Geld.


Schlechte Liebesbriefe schreiben kann jeder


Nun, klar kann ich das. Immerhin habe ich in den langen, entbehrungsreichen Jahren meiner Kindheit und Jugend mühsam gelernt, einigermaßen fehlerfrei zu schreiben. Und irgendwas schreiben geht immer. Fragt sich halt nur, was es dem Auftraggeber am Ende bringt, lasse ich mich dabei auf dessen irrige Annahme ein, dass das Texten fürs Marketing ebenso trivial ist wie das Verfassen von Einkaufszetteln, albernen Statusmeldungen bei Facebook oder schlechten Liebesbriefen. 

Das ist es nämlich nicht. Jedenfalls genau dann nicht, wenn die externe Kommunikation kein obligatorisches Beiwerk ist, sondern an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit den unternehmerischen Erfolg beflügeln soll. Neben der oben erwähnten "Grundausbildung" gehört dazu jede Menge Know-how und Erfahrung in den Bereichen Marketing und Public Relations – und insofern auch der durchaus mal etwas kritischere direkte Austausch mit dem Auftraggeber. Vor Ort in seinem Unternehmen oder, falls das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, wenigstens via Telefonkonferenz.

Denn Fakt ist: In der Unternehmenskommunikation hängen Qualität und Erfolg redaktioneller Leistungen in erheblichem Maße von der Fülle und Güte der bereitgestellten und zusätzlich per Briefing ermittelten Informationen ab. Wenn man so will, steht heute also das Briefing am Anfang. Und, darauf basierend, die richtige strategische Entscheidung für die redaktionelle Umsetzung. Sonst kommt nichts wirklich Gutes dabei raus.


Glück alleine rockt noch keine Webseite


Nehmen wir zur Veranschaulichung wieder mal die neue Unternehmenswebseite: Wird diese mit 08/15-Text "aufgeschüttet", so rankt sie mit etwas Glück vielleicht zwar ganz ordentlich in der lokalen Suche bei Google – falls man zufälligerweise die richtigen Keywords erwischt und Tasks wie Textaufbau, Textlänge und Metadaten berücksichtigt hat. Aber Google ist nicht die Zielgruppe
Will ein Unternehmen seine Kunden, Partner etc. erreichen, von sich überzeugen und dauerhaft an sich binden (wofür sehr viele gute Gründe sprechen), so müssen – gerade in Zeiten von Content Marketing – ganz andere Geschütze aufgefahren werden. Hoch- und mehrwertige Inhalte auf allen Kanälen sind hier ein Muss. Und zuvorderst auf der eigenen Webseite als Dreh- und Angelpunkt der Zielgruppenansprache gilt es dabei, so wichtige Parameter wie Alleinstellungsmerkmale, Kernkompetenzen und Kundennutzen sauber, verständlich und sprachlich elegant herauszuarbeiten. Nur so geben sich Unternehmen ein unverwechselbares Profil und bleiben der Zielgruppe langfristig im Gedächtnis haften. Und eben darum geht es ja.

Aber ebensolche Texte schüttelt, Sie ahnen es längst, niemand einfach so aus dem Ärmel. Dazu braucht es den intensiven Dialog zwischen Auftraggeber und Dienstleister – und viel Können und Kreativität. Nur dann kann der jeweilige Output auch strategisch passgenau mit der Corporate Identity (und speziell der Corporate Communication) verfugt werden. Andernfalls verhält es sich mit dem Ergebnis später so wie mit den Flachbauten aus Lehm und Holz: Es zieht an allen Ecken und Kanten und regnet rein.


Der Autor: Andreas Quinkert ist PR-Freelancer mit den Schwerpunkten Public Relations, Content Marketing, Corporate Blog und Redaktion. Seit 2004 berät und unterstützt er kleine und mittelständische Unternehmen sowie Agenturen in NRW. Sein PR-Blog wurde Ende 2013 ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem wichtigen Seitenprojekt entwickelt.

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Mittwoch, 27. November 2013

Die Sache mit dem Alleinstellungsmerkmal

Wenn sich ein Unternehmen durch einzigartige Leistungen, Produkte etc. im Markt vom Wettbewerb abhebt, kann man damit bestens das Marketing ankurbeln. Allerdings taugt längst nicht alles auch tatsächlich zum Alleinstellungsmerkmal ...


Alleinstellungsmerkmale (oder USP für "unique selling proposition/point") sind gewissermaßen der Heilige Gral des Marketings. Per PR, Werbung oder Social Media als Allzweckwaffe der Unternehmenskommunikation eingesetzt, machen sie im Wettbewerb den Unterschied aus  denn als herausragendes und vor allem einzigartiges Leistungsmerkmal heben sie einen Anbieter signifikant von allen anderen Wettbewerbern ab. Eine prima Sache also.

Der Klassiker unter den Alleinstellungsmerkmalen ist zweifelsohne die Marktführerschaft. Damit lässt sich bestens bei der jeweiligen Zielgruppe punkten, da die meisten Konsumenten – und man möge mir verzeihen, wenn ich es so offen ausspreche – eben doch dem "Herdentrieb" folgen. Zahlreiche Untersuchungen zur Verkaufspsychologie belegen dies. Durchaus USP-fähig sind beispielsweise aber auch betriebliche Eckdaten zu Historie,  Anzahl der Niederlassungen oder Kundendurchsatz pro Jahr sowie Innovations- und Umweltpreise oder patentierte Fertigungsverfahren, Produkte und Dienstleistungen. Sofern all dies objektiv darstellbar ist.

Alle wollen Alleinstellungsmerkmale


Und just hier fangen die Probleme an: Zwar ist es nachvollziehbar, dass jedes Unternehmen unbedingt eines von diesen verflixten Alleinstellungsmerkmalen haben will (und am besten sogar gleich mehrere davon) – doch gerade kleinere Wettbewerber übersehen dabei häufig, dass diese eben auch quantifizierbar sein müssen. Sprich: mess- und überprüfbar.  
So hört man als PR-Journalist auf die für jedes Kundenbriefing obligatorische USP-Frage oft Dinge wie "Unser Service ist besser als anderswo" oder "Wir arbeiten genauer, schneller und günstiger". An diesem unternehmerischen Selbstverständnis ist zunächst rein gar nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil. Als extern zu kommunizierende Alleinstellungsmerkmale sind solcherlei Aussagen jedoch bestenfalls untauglich, weil das Ganze schwer nach "dicke Hose" klingen und entsprechend unseriös wirken kann. Zudem steht eine subjektive Selbstwahrnehmung wie diese immer auf tönernen Füßen und ist schlimmstenfalls sogar wettbewerbsrechtlich problematisch. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Denn aus den heutzutage so nett betitelten "Mitbewerbern" können sehr schnell auch unduldsame Konkurrenten werden, die einem eine (berechtigte) Abmahnung schneller zustellen lassen, als man Piep sagen kann.

Ein Schokoriegel hat's vorgemacht


Was also tun, wenn es auf den ersten und zweiten Blick überhaupt kein richtiges Alleinstellungsmerkmal zu geben scheint ...? Entweder stimmt dann das Geschäftsmodell nicht (was in der Tat schlecht wäre) oder man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Letzteres kommt erfahrungsgemäß weitaus häufiger vor. Der Grund dafür: Betriebsblindheit. Denn in aller Regel lassen sich für nahezu jedes Unternehmen Alleinstellungsmerkmale finden oder doch zumindest konstruieren und plausibel formulieren. Hierbei ist dann meist die unverstellte Außenbetrachtung durch Kommunikationsprofis oder PR-Berater vonnöten. Und in Abhängigkeit von den jeweiligen Unternehmenszielen kann es ja auch durchaus reichen, "nur" der einzige Anbieter einer bestimmten Dienstleistung in der Region (oder Kommune) zu sein und genau dies stringent über die einschlägigen Marketingkanäle zu kommunizieren. Kurzum, der Fokus muss stimmen – schließlich kann und muss es nicht immer gleich die Weltmarktführerschaft sein. Oder, auf die Spitze getrieben: Auch als "letzte Tankstelle", "letzte Buchhandlung" oder "letzte Getränkehandlung" vor der Autobahn können Anbieter erfolgreich auf sich aufmerksam machen.

Par excellence hat Ferrero all dies in dem seit rund zwei Jahrzehnten überaus erfolgreichen Slogan "Duplo – die wahrscheinlich längste Praline der Welt" zusammengefasst. Hier stimmt einfach alles. Und ohne den witzigen (und wettbewerbsrechtlich wasserdichten) Zusatz "wahrscheinlich" wäre dieser alles in allem eher gewöhnliche Schokoriegel heute vermutlich längst Geschichte. Chapeau!


Der Autor: Andreas Quinkert ist PR-Freelancer mit den Schwerpunkten Public Relations, Content Marketing, Corporate Blog und Redaktion. Seit 2004 berät und unterstützt er kleine und mittelständische Unternehmen sowie Agenturen in NRW. Sein PR-Blog wurde Ende 2013 ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem wichtigen Seitenprojekt entwickelt.

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Montag, 11. November 2013

PR braucht ein solides Fundament

Öffentliche Wirkung kann Public Relations nur über gute und zielgruppenrelevante Inhalte entfalten  und dafür müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein.


Die Möglichkeiten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit werden mindestens ebenso oft unterschätzt wie überschätzt. Letzteres vor allem dann, wenn sich kleinere oder mittelständische Unternehmen spontan überlegen, "mal eben ein bisschen PR zu machen". (Oder Content Marketing, wenn man den Fokus etwas größer aufzieht. Hier gilt aber grundsätzlich das Gleiche.) Dafür müssen zunächst einmal einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein – sonst läuft nicht nur die Pressearbeit ins Leere. Und was sich nicht auszahlt, das kann man sich im doppelten Wortsinne gleich ganz sparen.

Etwa wenn ein Unternehmen über kein Corporate Image bzw. öffentlich wahrgenommenes und unverwechselbares "Gesicht" verfügt. Denn nur wenn sich Zielgruppen einen Anbieter mitsamt seines Alleinstellungsmerkmals etc. "merken", greifen sie später auch gezielt auf dessen Dienstleistungen zurück oder kaufen seine Produkte. Ferner sollte ein Leitbild als Basis für die Corporate Identity existieren. Selbiges gilt entsprechend auch für Marken und somit für Markenidentität und Markenimage


Ohne Gesamtkonzept geht nichts


Nur so ist ein einheitliches, widerspruchsfreies und überzeugendes kommunikatives Handeln nach innen und außen möglich. Oder einfacher ausgedrückt: Kein Gesamtkonzept, keine erfolgreiche PR. Klar ist: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit braucht ein solides Fundament sowie relevante Themen und hochwertige Inhalte. All dies gilt es im Vorfeld zu erarbeiten.
Zudem sind Konstanz und Ausdauer gefragt, um nach und nach den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern. Isolierte Presseaktionen zum Beispiel verpuffen dagegen oft völlig wirkungslos – sofern man den Redaktionen kein absolutes Spitzenthema anbieten kann. Aber selbst Global Player können nicht ständig mit bahnbrechenden Marktneuheiten, internationalen Umweltpreisen oder neuen Umsatzrekorden dienen. Zu beachten ist: Journalisten sind von Berufs wegen misstrauisch und keine willfährigen Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft. Insbesondere wenn sie den Absender einer Presseinformation nicht kennen. Kontinuität und Seriosität hingegen öffnen Türen.


Relevanz als Schlüssel zum Erfolg


Der ständige Dialog mit der Öffentlichkeit bzw. Teilöffentlichkeiten wie der Presse ist also eine weitere Grundvoraussetzung für eine nachhaltige PR. Hier gilt es Vertrauen aufzubauen. Gerade in lokalen Medien bekommt man so dann auch die vermeintlich "kleinen" Themen unter – die aber ebenso zum stimmigen Gesamtbild eines Unternehmens gehören wie die großen Erfolgsmeldungen. Dies ist schon mal ein guter Anfang, da nahezu jeder Pressebericht neue Links im Internet generiert. Und je stärker ein Unternehmen dort mit relevanten Themen vertreten ist, desto größer ist insgesamt die Bereitschaft anderer Medien, ebenfalls darüber zu berichten. Häuser baut man ja schließlich auch von unten nach oben.

Abschließender Tipp: Wie zuvor bereits kurz angedeutet, sollten Unternehmen heute verstärkt darüber nachdenken, die PR in das übergeordnete strategische Content Marketing zu integrieren. Dieses ist crossmedial ausgerichtet und hat dabei vor allem die stark frequentierten sozialen Medien im Visier.


Der Autor: Andreas Quinkert ist PR-Freelancer mit den Schwerpunkten Public Relations, Content Marketing, Corporate Blog und Redaktion. Seit 2004 berät und unterstützt er kleine und mittelständische Unternehmen sowie Agenturen in NRW. Sein PR-Blog wurde Ende 2013 ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem wichtigen Seitenprojekt entwickelt.

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